Anton G. Leitner
Biografie
Anton G. Leitner wurde am 16. Juni 1961 in München geboren. Der examinierte Jurist lebt in Weßling (Landkreis Starnberg), wo er 1992 auch seinen Verlag, den AGLV, gegründet hat. Seit 1993 arbeitet er hauptberuflich als Schriftsteller, Herausgeber, Verleger und Literaturvermittler.
Bereits von 1980 an gestaltete Leitner das poetische Leben im deutschen Sprachraum maßgeblich mit. Als Student hob er in München die »Initiative Junger Autoren« (IJA) mit aus der Taufe. Fast zehn Jahre lang war er deren Vorsitzender und publizierte in dieser Zeit neben eigener Lyrik mehrere Anthologien (u. a. bei Goldmann). Leitner organisierte regelmäßig Lyrik-Tagungen sowie internationale Poetentreffen, darunter die »Inter-Aktionen. Tage junger Literatur« (Kulturzentrum Gasteig, München 1988). Im Jahr 1992 rief Anton G. Leitner die buchstarke Jahresschrift DAS GEDICHT ins Leben und ist seither ihr ständiger Herausgeber. Außerdem edierte er über vierzig Anthologien, u. a. in Premium-Verlagen wie dtv, dtv/Hanser, Artemis & Winkler, Reclam und Eichborn Lido.
Leitner ist es seit jeher ein besonderes Anliegen, Poesie einem breiteren Publikum nahezubringen. Deshalb realisierte er zusammen mit großen Partnern öffentlichkeitswirksame Aktionen. So ließ er beispielsweise Gedichte auf Baguette-Tüten und Kurzlyrik auf Millionen von Zucker-Sachets drucken. Im Jahr 2003 erschien DAS GEDICHT #11 in Begleitung eines eigens dafür verkosteten und ausgewählten badischen Rotweins im Schuber. Anton G. Leitner produzierte als einer der Ersten erfolgreich Poesie-Clips, die bis heute auf einem YouTube-Kanal der Zeitschrift DAS GEDICHT verfügbar sind. Seit 1998 organisiert er Lyrik-Workshops, aus denen der Wettbewerb um den »Lyrikstier« hervorging. Mit dasgedichtblog.de schuf er darüber hinaus eines der bedeutenden Online-Foren für Poesie im deutschen Sprachraum.
Leitners Werk umfasst 24 Gedichtbände sowie Hörbücher, Essays und Prosa. Seine Gedichte erscheinen regelmäßig in Anthologien, zudem in Zeitungen (u. a. Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur) sowie in Rundfunk und Fernsehen (u. a. ARD, ARD-alpha, DLF Kultur, DW, BR, RBB, WDR). Sie wurden in neun Sprachen sowie in diverse Dialekte (u. a. Schottisch, Londoner Cockney, Damaszenisch) übersetzt. Ende der 2010er-Jahre begann Leitner, seine kabarettistischen Verse in bairischer Mundart auf großen Bühnen zu performen. Er ist Gründungsmitglied des PEN Berlin, Mitglied der Münchner Turmschreiber und der Poets of the Planet. Ende 2024 erwarb die bayerische Landeshauptstadt München für ihr Literaturarchiv »Monacensia« den schriftstellerischen Vorlass von Anton G. Leitner sowie das Archiv seines Verlags und das der »Initiative Junger Autoren«.
Preise und Auszeichnungen
Kulturpreis AusLese der Stiftung Lesen / Deutsche Bahn AG, 1995 / V. O. Stomps-Preis der Stadt Mainz, 1997 / Kogge-Förderpreis der Stadt Minden, 1999 / Kulturförderpreis des Landkreises Starnberg, 2001 / Bayerischer Poetentaler der Süddeutschen Literatenvereinigung Münchner Turmschreiber, 2015 / Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung, 2016 / Deutscher Verlagspreis 2022 / Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2022 / Deutscher Verlagspreis 2023 / Alexander Sacher-Masoch-Preis 2023/24, Literaturhaus Wien.
Publikationen
Hochdeutsch
Verlagsproduktionen: Schreite fort, Schritt. Gedichte, Aachen 1986 / Heiapopeia! 6 x 6 Gedichte, in: Nichts geht mehr – aber spielt ruhig weiter!, München 1989 / Kleine Welt Runde. Gedichte, Weilerswist 1994 / Bild Schirm schneit, roter Stich. Einhundert ausgewählte Gedichte, Weilerswist 1997 / Das Meer tropft aus dem Hahn. Fließ, Blätter, Berlin 2001 | München 2002 [erw. Neuausg.] | Weßling 2003 [Hörbuch] / Der digitale Hai ist high oder Die Gesänge eines gefischten Fischers, München 2004 / Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980–2005, Viechtach 2006 / Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgedichte, Münster 2011 / Ei für zwei. Gedichtbilderbuch, München 2011 / Kopf. Bahnhof. 11 neue Gedichte, Hamburg 2013 / Vater, unser See wartet auf dich. Erinnerungsstücke und nachgerufene Verse, Weßling 2023 / Spät öffnet sich das Licht. Ein Leben in Gedichten.Retrospektive 1980 bis 2025, Weßling 2026.
Bairisch | Bairisch–Hochdeutsch
So a Gschiss, Hamburg 2015 / Schnablgwax. Bairisches Verskabarett, Viechtach und Weßling 2016 | Weßling 2016 [Hörbuch] / Wadlbeissn. Zupackende Verse, München 2021.
Übersetzungen
Englisch: Selected Poems 1981–2015, engl. von Richard Dove, Paul-Henri Campbell, Anatoly Kudryavitsky und Yulia Kudryavitskaya, Dublin 2018.
Französisch: voix en plein trafic / Stimmen im Verkehr, franz. von Joël Vincent, Thonon-les-Bains 2020 / Lueur d’Espoir / Hoffnungsschimmer, franz. von Joël Vincent, Plonévez-Porzay 2025.
Arabisch: Wohin die Reise gehen könnte, arab. von Fouad EL-Auwad, Norderstedt 2023.
Hinweis
Es ist Anton G. Leitner ein besonderes Anliegen, auf unterhaltsame Weise die Leselust von Kindern und Jugendlichen für Gedichte zu wecken. In Kooperation mit dtv entwickelte er eine eigene Poesie-Performance für Schulen, die Klassiker der Lyrik in Korrespondenz mit moderner Dichtung bringt.
8. bis 12. Jahrgangsstufe bevorzugt (Realschule bzw. Gymnasium)